Großes Interesse an "Rees erwärmen"

|   News

Ulrich Biermann gab Tipps, wie man mit seiner bestehenden Heizung Energie sparen kann

Bericht: Rees erwärmen vom 25. August 2022

Ulrich Biermann begrüßte „im Trainingslager für Ihre bestehende Heizung“ viel mehr interessierte Zuhörer als erwartet, so dass im Rheinpark-Hotel noch Stühle geschleppt werden mussten.

Ziel des Abends war es, die Heizungsbetreiber mit der Wirkungsweise ihrer Öl- oder Gasheizung vertraut zu machen, das Benutzerverhalten zu ändern und Mut zu fassen, einmal selbst Hand anzulegen. Denn letzten Endes geht es angesichts der Klima- und Energiekrise darum, Energie zu sparen und damit das Portemonnaie zu entlasten.

Ältere Heizungsanlagen sind oft überdimensioniert und gestalten den Verbrennungsvorgang mit hohen Temperaturen. Hier sind dem Sparen allerdings Grenzen gesetzt, denn die Abgaswerte sollten im Schornstein mindestens 55 Grad betragen, damit dieser nicht versottet. Dennoch ist es möglich, zu sparen, indem die Vorlauftemperatur, die meistens zwischen 50 und 70 Grad liegt, auf ca. 45 Grad runtergesetzt wird.

Im Gebäude stellt man oft fest, dass der Heizkörper, der der Anlage am nächsten ist, sehr warm wird, während der letzte Probleme hat und nicht so viel Strahlungswärme abgibt. Die Frage lautet daher: Wie kann das erwärmte Wasser in den Heizkörpern sinnvoll – also gleichmäßiger – verteilt werden?

Fachleute nennen diesen Prozess auch „hydraulischer Abgleich“ und mit dem kann man wirklich Energie sparen und nicht durch Drehen an den Ventilen oder durch das Nicht-Heizen eines Raumes. Ulrich Biermann erläutert das so: „Der Kessel im Keller gibt Gas und mit den Thermostatventilen ziehen wir die Handbremse.“

„Und den Abgleich kann man bei etwas handwerklichem Geschick selber machen“, so Biermann und präsentierte ein Infrarotthermometer, mit dem man an den Heizkörpern oben und unten die Temperatur messen kann.

Zunächst sollte man am Anfang der Heizperiode die Thermostatventile oben an den Heizkörpern alle ganz öffnen. Unten sollte man das Rücklaufventil um vielleicht eine halbe Umdrehung öffnen, wobei eventuell etwas Wasser herauslaufen kann. Wenn es zwischen der Temperaturmessung oben und unten am Heizkörper jeweils einen Unterschied von 5 Grad ergibt, hat man die gleichmäßige Auslastung aller Heizkörper erreicht. Das sollte man ein bis zwei Tage im Herbst/Winter überprüfen. Im Schlafzimmer könne man danach zum Beispiel wieder die Wunschtemperatur einstellen.

Zudem sollen die Heizkörper entlüftet werden, frei von Vorhängen oder Möbeln und sauber sein.

Wer auch das warme Wasser über die Heizung erzeugt, solle die Vorlauftemperatur am Kessel auf 40 Grad runtersetzen. Da aber aus hygienischen Gründen und der Legionellengefahr das Wasser nicht lange ungenutzt stehen sollte, ist es erforderlich, etwa einmal in der Woche das Wasser auf 60 oder 70 Grad zu erhitzen. Neue Warmwasserbereiter funktionieren allerdings schon wie ein Durchlauferhitzer und erzeugen das warme Wasser nur dann, wenn man es benötigt.

Weitere Tipps:

Speed Comfort Lüfter: unter die Heizung einbauen, Steckdose wird in der Nähe benötigt, die Ventilatoren schalten sich automatisch ein, wenn das Wasser in der Heizung 33 Grad erreicht und verteilen die warme Luft besser im Raum, so dass eher die Wohlfühltemperatur erreicht wird und die warme Luft nicht nur nach oben steigt

Anlagendruck: 1 – 2 bar, bitte vorher Luft aus dem Wasserschlauch lassen • Heizung einmal im Jahr warten lassen

Schornsteinfeger vor Ort befragen, Energie-Label muss seit 2016 auf der Heizung kleben

• Drehzahl der Umwälzpumpe nach dem hydraulischen Abgleich testen, man kann durchaus „mit der Heizung spielen“, um ein gutes Ergebnis zu erzielen

• Umwälzpumpe austauschen, aber Filter gegen das schmutzige Wasser einbauen

• Alle Heizflächen nutzen, einzelne nicht ausschalten

APPELL: Auszubildende für das SHK-Handwerk gesucht

Markus Maas: Auch beim Händewaschen gibt es ein hohes Einsparpotenzial, nämlich die Armatur einfach immer auf kaltes Wasser stellen.

Weiterhin schlägt er vor, die Sichtweise zu ändern, indem man sich sagt: „Ich freue mich, wenn ich Energie spare.“

Zurück