Beschäftigung von Flüchtlingen im Unternehmen

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Was ist zu tun, wenn Sie als Unternehmer Flüchtlinge ausbilden oder beschäftigen möchten? Eine kurze Übersicht gibt Ihnen erste Informationen inkl. einer Checkliste und eines Leitfadens der IHK.

Flüchtlinge in Arbeit – passgenau den geeigneten Azubi oder eine Arbeitskraft finden

Wichtige Informationen für Unternehmer von der Informationsveranstaltung „Flüchtlinge in Arbeit“, die die Stadtentwicklungsgesellschaft Kalkar mit ihrem Wirtschaftsförderer Dr. Bruno Ketteler, am 5. 7.2018 durchführte, ergänzt durch Ansprechpartner für Rees.

Experten der Stadt Kalkar (Stefan Urselmans), Alisha Kress (Willkommenslotsin der IHK Duisburg), Fritz Janßen (Gastronom aus Appeldorn) und David Holtmann (Filialleiter REWE Kalkar) referierten aus ihren Erfahrungen mit der Anstellung von Geflüchteten, die überwiegend positiv sind. Alle sagten übereinstimmend, dass es im Praxisbereich keine Probleme gibt, aber die deutsche Sprache und teilweise die theoretischen Anforderungen in der Berufsschule ein Problem darstellen können. Das wird z.B. in Kalkar, aber auch teilweise in Rees, durch ehrenamtliche Lotsen/Mentoren gelöst (meistens Deutsch oder Mathematik). Eine Begleitung von Ehrenamtlern für Formalitäten/Behördengänge ist wünschenswert und effektiv.

Warum lohnt es sich, Geflüchtete einzustellen?

• Fachkräftemangel, oft können keine Stellen besetzt werden, Geflüchtete können dieses Problem zwar nicht lösen, sind aber oft eine Möglichkeit

• oft hohe Motivation

• kulturelle Unterschiede/Vielfalt im Unternehmen positiv für die Außendarstellung

• gesellschaftlicher Beitrag zur Integration

TIPP Den u.a. genannten Personen/Stellen Ihre Wünsche (offene Stellen) mitteilen.

Bei der Einstellung von Geflüchteten sind eine Reihe von Formalitäten zu beachten, die vom jeweiligen Aufenthaltsstatus abhängig sind:

a) Noch im Asylverfahren/Geduldete: Sozialamt der Stadt Rees: barbara.peerenboom@stadt-rees.de oder 02851.51 – 171 sowie das Ausländeramt Kreis Kleve

b) Anerkannte Geflüchtete: Job Center Rees (mechtild.kitzinger@stadt-rees.de, 02851.51-621 und rainer.herz@stadt-rees.de, 02851.51-628)

c) Integration Point Agentur für Arbeit: Wesel/Kleve/Emmerich: www.jobcenter-kreis-wesel.de/jc/inhalt/integration-point-deutsch/

d) Ansprechpartnerin Alisha Kress, IHK Duisburg, Wesel, Kleve: Koordinatorin für das Projekt Willkommenslotse Bildung und Technologie, Tel. 0203 2821 – 441, kress@niederrhein.ihk.de

e) www.ihk-niederrhein.de/hauptnavigation/service_beratung/fachkraeftesicherung/integraton-von-gefluechteten/Fluechtlinge/4023306

f) Fragen zum Thema „deutsche Sprache“ in Rees können Sie auch richten an Gisela Behrendt (ehrenamtlich als Sprachlehrerin für Deutsch als Fremdsprache arbeitend, Koordinatorin „Deutsch lernen in Rees“): 0152.51 80 85 12 oder giselabehrendt@mailbox.org

Jeder Fall ist individuell und komplex, weil er abhängig vom Herkunftsland, der Aufenthaltsdauer, des Aufenthaltsstatus und der Wohnsitzbindung ist.

Planungssicherheit für Arbeitgeber:

a) Planungssicherheit ist bei anerkannten Geflüchteten gegeben.

b) Für alle anderen (Asylbewerber): Ausländeramt erteilt eine Ausbildungsduldung für 3 Jahre + 2 Jahre Arbeit bei bestandener Prüfung, danach Aufenthalt möglich (3+2-Regelung, Einstiegsqualifizierung zählt als Ausbildung)

Möglichkeiten, teilweise finanzielle Unterstützung (Beispiele):

• Praktikum vor Aufnahme einer Tätigkeit (Asylbewerber mit Zustimmung des Ausländeramtes), unentgeltlich • Befristete Probebeschäftigung

• Eingliederungszuschüsse zum Arbeitsentgelt

• Umwandlung eines Minijobs in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung: Prämie 1.500 € - Minijobber können mehr

• Einstiegsqualifizierung bei Azubis (bis zu einem Jahr vorbereitende Berufsschule + Betrieb) vor eigentlicher Ausbildung

• Mentorenprogramme bei Berufsschulen

• Einzelcoaching für Geflüchtete, u.a. beim Theodor-Brauer-Haus Emmerich

• Anerkennung von ausländischen Zeugnissen

• Fehlende Qualifikationen nachholen: u.a. Finanzierung von Führerscheinen, Staplerführerscheinen, verschiedenen Lehrgängen wie Schweißerscheine

 

Checkliste: Beschäftigung von Flüchtlingen

IHK Leitfaden für Unternehmer: Integration von Flüchtlingen in Ausbildung und Beschäftigung

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