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NRZ vom 2.
Juli 2010 von Elisabeth Hanf
Innenstadtkonzept :
Parterre frei für Gastromeile und Handel Das Wirtschaftsforum Rees stellte konkretere Pläne für
NIAG-Gelände vor.
Rees . Das Reeser Wirtschaftsforum hat seine Vision zur Entwicklung der
Innenstadt konkretisiert und mit differenzierten Lösungsvorschlägen
angereichert. Zusammengefasst in einem Positionspapier, das der Vorstand des
Wifos gestern dem Bürgermeister übergab.
Die Sorge um eine mögliche Fehlentwicklung treibt die Geschäftsleute, die
sich bei der Planung neue Schwerpunkte wünschen. Eine Sorge: Bei der sogenannten
Knochenstrategie, sprich der Bebauung von Niag- und Postareal als Kopf, der
Dellstraße als Hauptachse und dem Markt als anderes Knochenende, werde sich der
Markt nicht entwickeln können, wenn das gesamte Pulver am Niag-Gelände schon
verschossen werde. Daher plädieren die Vertreter der Wirtschaft dringend dafür,
dass der Markt zeitgleich als Zentrum der Innenstadt gestärkt wird.
In seiner ersten Vision hatte das Wifo den Gedanken angestoßen, das Rathaus
komplett für Handel und Gastronomie zu nutzen. „Wir waren nach den ersten
Stimmen aus der Politik erschrocken, wie schnell unsere Vision als ‘Quatsch’
abgetan wurde“, erinnert sich Michael Kemkes. „Aber nachdem sich die Bevölkerung
mit der Idee vertraut gemacht hat, hört man vermehrt Stimmen, die sich so eine
Lösung vorstellen können.“ Zumal Kemkes das Argument widerlegt, in Zeiten
kommunaler Finanzengpässe sei der Plan nicht umsetzbar. Denn, wie Architektin
Ruth Pollmann vorschlägt, könnte man nur das Erdgeschoss des Rathauses, das
barrierefrei zugänglich ist, für Handel und Gastronomie umbauen und vermieten.
Auf dem Niag-Gelände könnte, wie von Bevölkerung und Politik erwünscht,
Wohnungsbau und Büroraum für die Verwaltung, auch für die, die jetzt an der
Rudolf-Diesel-Straße untergebracht ist, angemietet werden. „Für die Mieten im
Rathaus würde die Verwaltung einen besseren Mietzins erhalten als sie selbst auf
dem Niag-Gelände zahlen müsste“, glaubt Kemkes.
Damit nicht genug: Das Wifo wünscht sich, dass die Stadtverwaltung in
Sachen Belebung des Marktes die Vorbildfunktion übernimmt. Als Hauptanlieger
könnten nicht nur die Erdgeschossbereiche des Rathauses sondern auch der
Bücherei und der Polizei frei gemacht und für Gastronomie und Einzelhandel
um-gewidmet werden. Die hohen Mieteinnahmen würden die Umbaukosten für die
Stadtlangfristig rechtfertigen.
Besserer Standort „Servicebereiche der Verwaltung, die oft
frequentiert werden, sind am Niag-Gelände wegen der Busanbindung besser zu
erreichen“, argumentiert die Vorsitzende des Wifos, Verena Birnbacher. Wenn die
Polizei ihren Standort zur Niag verlagern würde, so das Wifo in seinem Papier,
würde dem sozialen Brennpunkt an dieser Stelle Rechnung getragen. Und wenn der
Markt belebt wird, würde auch die Fallstraße nicht vom Kundenstrom
abgeschnitten. Bürgermeister Christoph Gerwers lobt den Gedanken einer
Belebung des Marktes, aber: „Wir denken über die neue Wifo-Idee nach, werden
momentan aber nicht in diese Richtung planen oder die Vision durchkalkulieren.“
Es sei gut, dass sich Bürger aktiv an der Planung beteiligen. „Aber ich sage
ganz klar ‘Finger weg vom Rathaus’.“ Zudem sei die Stadtbücherei am Markt
bestens angesiedelt. „Und ich werde den Landrat auch nicht um eine Verlegung der
Polizei bitten.“
http://www.derwesten.de/staedte/rees/Parterre-frei-fuer-Gastromeile-und-Handel-id3180920.html
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