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Rathaus: Wieder ein Neubau?
Rees (RP) Auch die Politiker hat das Wirtschaftsforum mit seinem Vorschlag
überrascht, die Verwaltung in einen Neubau am NIAG-Gelände zu verlagern und das
Rathaus am Markt zu verkaufen. Das Gebäude sollte mit Einzelhandel und
Gastronomie die Innenstadt stärken.
Der
Vorschlag ist ein echter Paukenschlag und hat für reichlich Gesprächsstoff
gesorgt. Das Wirtschaftsforum (Wifo) hat unterstützt von der Werbegemeinschaft
vorgeschlagen, das Rathaus zu verkaufen. Die Verwaltung solle in einen Neubau
auf dem NIAG-Gelände umziehen. "Eine Vision für die Zukunft von Rees", nennt das
Wifo diese Idee. Eine Idee freilich, die bereits der Bürgermeister sehr
skeptisch sah und die offenbar auch in der Politik noch auf wenig Gegenliebe
stößt. CDU-Fraktions-Chef Dieter Karczewski würde sogar am liebsten Urlaub
nehmen, wenn den Bürgern vorgeschlagen wird, das Rathaus zu verkaufen. "Das gäbe
einen Riesenaufschrei, den möchte ich nicht erleben", sagt er. Für ihn ist klar:
Das ist nicht umsetzbar. Es wären Unsummen an Miete nötig. "Warum sollten wir
aus einem Haus ausziehen, das uns selbst gehört nur um woanders teure Miete zu
zahlen?" Zudem gehöre ein Rathaus nun einmal mitten in die Stadt, neben die
Kirche. "Es sollte so bleiben, wie es ist", sagt er.
"Das sind nur
Visionen" So
sieht es auch SPD-Fraktions-Chef Peter Friedmann. "Der Verkauf des Rathauses ist
dem Bürger nicht zu vermitteln und macht aus unserer Sicht keinen Sinn." Gerade
erst seien ja erhebliche Investitionen auf den Weg gebracht worden, um das
Rathaus energetisch zu sanieren. Auch das Geld wäre dann weg. "Der Vorschlag des
Wifo hat mich doch sehr überrascht, aber mir fehlt da ein richtiges Konzept
dahinter", kritisiert er. Wenn das Rahausareal zur Ansiedlung von Geschäften
genutzt werde, bestehe die Gefahr, dass es dann Leerstand mitten in der Stadt
gebe.
"Das wäre noch viel schlimmer." Man sollte jetzt erst
einmal die Vorstellung des NIAG-Investors abwarten. "Für Pläne zum Verkauf des
Rathauses sehe ich keine Tragfähigkeit", meint er. Seine Fraktionskollegin
Gisela Behrendt sieht das anders. Sie hatte bei der Präsentation durch das Wifo
große Sympathie für die Idee signalisiert. Winkler (FDP)
nur eine Vision ist. "Das sind Pläne, die nicht realistisch sind. Wir sollten
uns nicht mit Visionen abgeben, sondern auf die Tatsachen konzentrieren", meint
er. Die Verlagerung des Rathauses sei nicht vermittelbar. Er erinnert daran,
dass die FDP seinerzeit selbst angeregt hatte, das neue Rathaus nicht am Markt,
sondern auf dem heutigen Parkplatz des Schulzentrums zu erreichten. "Dadurch
hätten wir viel Geld gespart, aber die Idee war schon damals nicht
durchsetzbar."
Für Grünen-Chef Helmut Wesser hat die Idee vom
Rathaus-Umzug zumindest einen gewissen Charme. Zweifel an der Umsetzung hat aber
auch er. "Ich sehe einfach nicht, dass sich das wirtschaftlich rechnen könnte."
Der Verkauf des Rathauses sei aus einer Sicht nur zu befürworten, wenn ein
Investor eine erhebliche Summe auf den Tisch legt. Rund 20 Millionen müssten es
schon sein, die für das Gebäude und die Fläche geboten werden. Ob sich eine
solche Investition für eine Fläche von weniger als 1000 Quadratmeter für einen
Investor rechnet, sei die große Frage.
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