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Rathaus: Wieder ein Neubau?  
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Aus der Rheinischen Post vom 28. Mai 2010 von Sebastian Latzel

Rathaus: Wieder ein Neubau?

Rees (RP) Auch die Politiker hat das Wirtschaftsforum mit seinem Vorschlag überrascht, die Verwaltung in einen Neubau am NIAG-Gelände zu verlagern und das Rathaus am Markt zu verkaufen. Das Gebäude sollte mit Einzelhandel und Gastronomie die Innenstadt stärken.


Der Vorschlag ist ein echter Paukenschlag und hat für reichlich Gesprächsstoff gesorgt. Das Wirtschaftsforum (Wifo) hat unterstützt von der Werbegemeinschaft vorgeschlagen, das Rathaus zu verkaufen. Die Verwaltung solle in einen Neubau auf dem NIAG-Gelände umziehen. "Eine Vision für die Zukunft von Rees", nennt das Wifo diese Idee.
Eine Idee freilich, die bereits der Bürgermeister sehr skeptisch sah und die offenbar auch in der Politik noch auf wenig Gegenliebe stößt. CDU-Fraktions-Chef Dieter Karczewski würde sogar am liebsten Urlaub nehmen, wenn den Bürgern vorgeschlagen wird, das Rathaus zu verkaufen. "Das gäbe einen Riesenaufschrei, den möchte ich nicht erleben", sagt er. Für ihn ist klar: Das ist nicht umsetzbar. Es wären Unsummen an Miete nötig. "Warum sollten wir aus einem Haus ausziehen, das uns selbst gehört nur um woanders teure Miete zu zahlen?" Zudem gehöre ein Rathaus nun einmal mitten in die Stadt, neben die Kirche. "Es sollte so bleiben, wie es ist", sagt er.


"Das sind nur Visionen"
So sieht es auch SPD-Fraktions-Chef Peter Friedmann. "Der Verkauf des Rathauses ist dem Bürger nicht zu vermitteln und macht aus unserer Sicht keinen Sinn." Gerade erst seien ja erhebliche Investitionen auf den Weg gebracht worden, um das Rathaus energetisch zu sanieren. Auch das Geld wäre dann weg. "Der Vorschlag des Wifo hat mich doch sehr überrascht, aber mir fehlt da ein richtiges Konzept dahinter", kritisiert er. Wenn das Rahausareal zur Ansiedlung von Geschäften genutzt werde, bestehe die Gefahr, dass es dann Leerstand mitten in der Stadt gebe.


"Das wäre noch viel schlimmer." Man sollte jetzt erst einmal die Vorstellung des NIAG-Investors abwarten. "Für Pläne zum Verkauf des Rathauses sehe ich keine Tragfähigkeit", meint er. Seine Fraktionskollegin Gisela Behrendt sieht das anders. Sie hatte bei der Präsentation durch das Wifo große Sympathie für die Idee signalisiert.
Winkler (FDP) nur eine Vision ist. "Das sind Pläne, die nicht realistisch sind. Wir sollten uns nicht mit Visionen abgeben, sondern auf die Tatsachen konzentrieren", meint er. Die Verlagerung des Rathauses sei nicht vermittelbar. Er erinnert daran, dass die FDP seinerzeit selbst angeregt hatte, das neue Rathaus nicht am Markt, sondern auf dem heutigen Parkplatz des Schulzentrums zu erreichten. "Dadurch hätten wir viel Geld gespart, aber die Idee war schon damals nicht durchsetzbar."


Für Grünen-Chef Helmut Wesser hat die Idee vom Rathaus-Umzug zumindest einen gewissen Charme. Zweifel an der Umsetzung hat aber auch er. "Ich sehe einfach nicht, dass sich das wirtschaftlich rechnen könnte." Der Verkauf des Rathauses sei aus einer Sicht nur zu befürworten, wenn ein Investor eine erhebliche Summe auf den Tisch legt. Rund 20 Millionen müssten es schon sein, die für das Gebäude und die Fläche geboten werden. Ob sich eine solche Investition für eine Fläche von weniger als 1000 Quadratmeter für einen Investor rechnet, sei die große Frage.

 

 
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